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Viatcheslav Korenwein Poesie

Viatcheslav Korenwein wurde 1987 in Birobidschan, der Republik im Fernosten Russlands geboren. In der Schule zeigte er die Fähigkeit zur exakten Wissenschaften, gewann bei den Stadtwettbewerben in Mathematik. Seit 2002 lebt in Potsdam. Er absolvierte ein Studium an der Technischen Universität in Berlin. Schreibt Gedichte und interessiert sich für Fotografieren und Videoverarbeitung. Seit 2004 – Mitglied der „Literarisch-künstlerischen Werkstatt „Potsdam“. Lyrikveröffentlichungen im „Potsdamer literarischen Blatt“, in den zweisprachigen Anthologien und Almanachen.
 
* * *
Wir haben uns das Wichtigste verziehen –
Unser Treffen vor fünf Jahren und so.
Es ist nur jetzt das Seltsame geschehen –
Du bist nicht glücklich und ich bin nicht froh.
 
Und im Herzen bleiben Narben,
Die bewahren das Gedächtnis dieser Zeit.
Nicht verändern lassen sich Adressangaben.
Und zum Schreiben steht kein andrer Inhalt bereit.
 
***
Zu viele Wege sind krumm.
Zu wenig Zeilen gelungen.
Ich sprach noch nicht bis zum
Ende: ich liebe dich.
 
Zu viele schöne Phrasen sind,
Die so oft nicht gesagt worden sind.
Zu lang schwieg ich, um jetzt geschwind
Zu sagen: ich liebe dich.
 
Zu viele falsche Themen,
Irrtümer in den Theoremen.
Ist doch der Kern von allen Problemen –
Nicht zu sagen: ich liebe dich.
 
Mag sein, ich hatte nicht immer Recht –
Zu hart ist das Gemüt wohl, ungerecht.
Kann sein, die beste Mischung sind wir nicht.
Aber dafür liebe ich dich.
 
* * *
Zurückzuholen bist du nicht.
Wenn ein Regen fällt auf meine Seiten,
Ist aufzuatmen unmöglich.
Dann bin ich wie in Dunkelheiten.
 
Die Pole sind getrennt,
Nur eine Szene bleibt in mir stehen,
Wie du, die Augen abgewandt,
Mich leise bittest zu gehen.
 
Vom Himmel, krank vor Bitternissen,
Sinkt ein Stern ins Grab.
Ich werde niemals wissen,
Ab wann es kein Zurück mehr gab.
 
 
Geburtstag
 
Anfang September im Kalender.
Heißt: ein Jahr her, dass wir zusammen waren.
Heut ist dein Geburtstag.
Gratulier ich dir? Ehrlich, ich weiß es nicht.
 
Bis jetzt weiß ich nicht einmal,
Was dir im Weg gewesen ist.
Du hast mich erschossen aus nächster Nähe
Mit den Worten: „Wir müssen uns trennen.“
 
Ich weiß nicht, ob ich es geschafft habe.
Ich gratulier dir, trotz der Zweifel.
Lies: „Ich kann dich nicht vergessen!“
Anstelle des Geschriebenen:
„Hallo! Alles Gute zum Geburtstag!“
 
* * *
Bläue hüllte uns ein.
Es sank der Abend auf die Erde.
Laub, das leise sprach. Der Schein,
Als ob es ewig währen würde.
 
Nur der Wind begann zu klagen
Und die Bäume schwankten dabei.
Schneller müsst ihr euch verbergen,
Hallt des Laubs irrsinniger Schrei.
 
Doch gestört ist schon die Ruh.
Wir können uns nicht retten vor dem Blätterfall.
Schlecht bin ich und gut bist du…
So wurden wir bedeckt mit einem Hagelwall.

                              (Nachdichtungen  Robert Schieding)

DER KOMPONIST SERGEJ KOLMANOVSKIJ

    STELLT SEIN DEM GEDENKEN AN REICHSKRISTALLNACHT GEWIDMETES ORATORIUM „TRAUERGESÄNGE“ VOR. DIE TEXTE SIND VOM ÖSTERREICHISCHEN DICHTER PETER PAUL WIPLINGER.

    www.besucherzaehler-homepage.de